Tatjana Drujan

Tatjana Drujan wurde in Moskau geboren. Ihren ersten Cellounterricht erhielt sie mit fünf Jahren an der berühmten Staatlichen Gnessin-Musikschule. Ihren ersten Soloauftritt hatte sie, als sie sieben war. In dieser Zeit wurde sie merfache Preisträgerin bei den nationalen Wettbewerben. Ihre Lehrer waren Efim Gendlin und Anatoly Moisseev, Schüler des Sergei Shirinski, Cellisten des legendären Beethoven-Quartetts. 1986 spielte Tatjana Drujan die Rococo-Variationen von Pjotr Tchaikovsky mit dem Orchester des Moskauer Musiklehrerverbandes im Grossen Saal des „Hauses der Künstler“, einer der renommiertesten moskauer Konzertstätte. 1988 folgte eine Konzerttournee durch USA mit den Auftritten in den bedeutendsten Konzertsälen Amerikas, u.a. in Chicago, Cleveland, Philadelphia, San-Francisco sowie Edwin-Fischer-Hall New York unter der Leitung von Dmitri Kitaenko und Abraham-Lincoln-Center Washington mit Zubin Mehta.

 

Die Jahre 1986 bis 1991 sind mit dem Studium am Moskauer Tchaikovsky-Konservatorium ausgezeichnet, beim Professor Valentin Feigin, der Preisträger des Internationalen Tchaikovsky-Wettbewerb war und einer anderen lebenden Legende unserer Zeit assistierte, nämlich Mstislav Rostropovitch. Dieses Studium schloss sie mit Auszeichnung ab. In dieser Zeit war Tatjana Drujan Mitglied des Konservatoriums-Kammerorchesters, das 1.Preisträger des Karajan-Wettbewerbs wurde und in Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Luxemburg, Schweiz, Österreich und den USA gastierte. Es entstanden zahlreiche Rundfunkaufnahmen. 1990 wurde sie Solistin des Philharmonischen Streichquartetts („Rosskonzert“),  und wurde noch in demselben Jahr Preisträgerin des Borodin-Wettbewerbes und später des Schostakowitsch-Wettbewerbes. Innerhalb von darauffolgenden eineinhalb Jahren hat sie im ganzen Russland konzertiert, vom staatlichen Fernsehen begleitet und im ersten Kanal des Landes ausgestrahlt.

Sie besuchte mehrere Meisterkurse, darunter bei Juri Bashmet und Viktor Tretjakov.

1991, kurz vor den Staatsexamina, wurde sie beauftragt, ein neukomponiertes Cellokonzert mit dem Symphonischen Orchester des Konservatoriums uraufzuführen; das Konzert wurde im Fernsehen und Rundfunk direkt in die ganze ehemalige Sowjetunion übertragen. Daraus ist ebenfalls eine Aufnahme entstanden. 

 

In Deutschland ergänzte Tatjana Drujan ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main bei Prof. Gerhard Mantel. Zusammen mit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg ist sie häufiger und gerne gesehener Gast auf allen wichtigsten deutschen Festivals und Podien, wie Rheingau Musikfestival, Schleswig-Holstein-Musikfestival, Altenburger Sommer, Zelttakt Freiburg, Summer Night Classics Mainz, Villa Musica Neuwied, Konzerthaus Berlin, Herkulessaal München, aber auch in der Schweiz, Frankreich und der Türkei. Erwähnenswert ist ihre Zusammenarbeit mit Giora Feidman, Irina Edelstein, Liana Isakadze, Sergej Nakariakov, Dmitri Berlinski, Andrei Gavrilov, Monica Gutman, Igor Oistrakh, Leo Kremer, Anne-Sophie Bertrand, Nikita Fitenko u.a.

Zusammen mit dem 2001 gegründeten Chagall-Quartett Frankfurt kümmerte sich Tatjana Drujan um (Ur-)Aufführungen der Werke jüdischer Komponisten,  wie z. B. Viktor Ullmann, Hans Kràsa, Gideon Klein, Pavel Haas, Karel Reiner, die während des Holocaust vernichtet wurden, und Bernhard Sekles oder Erwin Schulhoff, die durch Nazifizierung verarmt oder ausgewandert in Vergessenheit gerieten. 2004 wurde eine Sendung über die Bemühingen des Quartetts vom Deutschen Funk aufgenommen.

 

Anfang 2003 hat Tatjana Drujan zusammen mit dem Pianisten Alexander Schawgulidse das Ensemble „Rare-à-Tête“ gegründet, mit dem Ziel, sich um die selten oder kaum aufgeführten Werke der Kammermusikrepertoire zu kümmern und sie dem breiten Publikum naher zu bringen. Im August 2004 gewann das Ensemble den 31. Internationalen Kammermusikwettbewerb „Palma d`oro“ in Finale Ligure, Italien.

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© Alexander Schawgulidse